"Erbschaftssteuer belastet Wirtschaft am geringsten"

Was spricht dagegen, Erben steuerlich zu belasten? Wenig, sagt Verteilungsökonom Stefan Humer

STANDARD: Im Wahlkampf wird hitzig über die Einführung einer Erbschaftssteuer gestritten. Gibt es aus Sicht der Wissenschaft irgendwelche gesicherten Erkenntnisse dazu?

Humer: Eine Gewissheit, die fast unwidersprochen gilt, ist, dass die Belastung auf Arbeit in Österreich zu hoch ist. Das ist schlecht für die Konjunktur, weil es das Anstellen einer Arbeitskraft unattraktiv machen kann. Gleichzeitig ist es so, dass wir in Österreich auf der Einnahmenseite mehr oder weniger eine Flat Tax haben. Zählt man alle Steuern und Sozialabgaben zusammen, geben sämtliche Haushalte rund 40 Prozent von ihrem Einkommen an den Staat ab. Nun könnte man das Steuersystem ein wenig progressiver gestalten, sodass die unteren Einkommen ein wenig mehr zum Ausgeben hätten und die oberen etwas mehr beitragen. Damit wäre der Anreiz für Arbeitnehmer und Arbeitgeber größer, die Beschäftigung auszuweiten. Zugleich gebe es einen positiven Effekt für die Wirtschaft, weil Haushalte am unteren Ende der Einkommensverteilung mehr konsumieren.

Quelle / ganzer Bericht: derStandard.at vom 24. September 2017, András Szigetvari