Interview: „Inspiration für Lebensfreude“

Interview: „Inspiration für Lebensfreude“

Last Updated on 2025-09-26
Die Gesellschafterin verbindet Gespräche, Kultur und ein offenes Herz.

Gesellschaft leisten – das klingt nach Kaffeeplausch und Zeitvertreib. Für Margret Zwerenz ist es jedoch weit mehr: Sie ist Gesellschafterin, Kulturbegleiterin, Zuhörerin, manchmal auch Reisegefährtin und Gesprächspartnerin über die kleinen und großen Fragen des Lebens. Ihr Motto lautet „Freude, Lebendigkeit und Inspiration“. Mit Charme und viel Herz holt sie die Menschen in die Zweisamkeit zurück.

Was eine Gesellschafterin macht

Sie begleitet Kunden geistig, kulturell oder gesellschaftlich. Das können Theaterbesuche, Ausstellungen oder Konzerte sein – und vor allem erfüllt sie die Wünsche ihrer Kund:innen.

Wie alles begann

Die Idee verdanke ich meiner Mutter. Sie war 90 Jahre jung, brauchte keine Pflege, wohl aber eine laufende niveauvolle Ansprache.

Ich habe lange nach einer passenden Gesprächspartnerin gesucht, aber niemanden gefunden.

So habe ich beschlossen, dies als Berufung selbst zu übernehmen.

Der Weg zu meinen Kund:innen.

Die meisten meiner Kund:innen kommen über Empfehlungen, oft durch ihre Kinder. Sie haben von mir gehört, mich im Internet gefunden oder wurden von zufriedenen Kund:innen auf mich aufmerksam gemacht.

Eine schöne Nebenwirkung: Die Beziehung zwischen Müttern und Kindern verbessert sich, oft durch das Wegfallen der manchmal belastenden Betreuung.  Die Mutter oder der Vater sind besser gelaunt, haben etwas Neues zu erzählen und nehmen am Leben wieder teil.

Vertrauen und Authentizität

Wenn im besten Fall zwischen der Gesellschafterin und dem Kunden, der Kundin eine Freundschaft entsteht, ist das Vertrauen das Wichtigste.

Hilfreich in diesem Beruf sind Allgemeinbildung, soziale Kompetenz, Neugier, Empathie und echtes Interesse an anderen Menschen.

Kunst als Energiequelle

Für mich persönlich ist die Kunst eine große Kraftquelle. Kunst ist für mich kein Luxus, sondern Nahrung für Geist und Seele. Sie ist Gesprächsstoff, Inspiration, manchmal auch Trost.

In der Trauer – und im Neubeginn

Eine Gesellschafterin ist besonders wichtig, wenn ein Ehepartner stirbt. Kinder können und sollen den Verstorbenen nicht ersetzen, sie haben oft selbst ihre Trauer.

Ich begleite in dieser Zeit mit Gesprächen, kleinen Ausflügen, gemeinsamen Mahlzeiten oder auch Veränderungen im Zuhause. Manchmal reicht schon ein neuer Lippenstift, eine frische Bluse oder ein Friseurbesuch, um ein Lächeln zurückzubringen.

Individuell und wandelbar

Jede Kundin und jeder Kunde ist anders. Manche wollen Aktivitäten, andere regelmäßige Gespräche. Gerne helfe ich, wieder zu den eigenen Wünschen zu finden und diese individuell und gemeinsam zu verwirklichen.

Das Thema Honorar

Ja, ich nehme ein Honorar – je nach Aufwand und Zeit.

Wichtig ist mir, dass sich meine Kund:innen und ihre Angehörigen auf mich und meine Verschwiegenheit verlassen können.

Dies gilt insbesondere, wenn ich einen Menschen am Ende seines Lebens begleite. (Ich habe eine Ausbildung in Sterbebegleitung).

Vor allem liebe ich meinen Beruf als Gesellschafterin. Ich bin mit meinen Kund:innen gerne auf Augenhöhe. Das schönste Kompliment für mich ist, wenn jemand beim Verabschieden fragt „Und wann kommst du wieder?“

Ich kann nur wirken, wenn man mich wirken lässt. Aber wenn das geschieht, entstehen Begegnungen, die beide Seiten bereichern – und die oft mehr sind als ein Job: Sie sind gelebte Freude, geteilte Lebendigkeit und Inspiration – ein Leben lang.

Margret Zwerenz stammt aus Heidelberg und lebt seit vielen Jahren in Wien. Mit ihrer langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung begleitet sie als Gesellschafterin ältere Menschen im Alltag sowie bei kulturellen Unternehmungen.


@ Privat

www.diegesellschafterin.com

Autorin: Brigitta Schwarzer