„Einfache und klare Lösungen für komplexe Themen“

„Einfache und klare Lösungen für komplexe Themen“

Das internationale und auch in Österreich agierende Unternehmen Serrala hat sich auf Software- und Cloudlösungen für das Management ein- und ausgehender Zahlungen spezialisiert. Die Lösungen sorgen für Sicherheit und Transparenz und helfen bei der Einhaltung von Compliance-Bestimmungen sowie der Vermeidung von Betrugsfällen. Auch Aufsichtsräte können davon profitieren.

INARA: Wie kam es zum Namen Serrala?
Sven Lindemann, CEO der Serrala Group: Das Unternehmen hieß früher Hanse Orga. Es ist in den vergangenen Jahren sowohl organisch als auch durch Zukäufe stark gewachsen und wir haben uns 2018, nach dem Einstieg des Finanzinvestors Waterland im Jahr 2016, strategisch neu positioniert. Zum neuen internationalen Firmenauftritt suchten wir auch einen neuen Namen. Wir haben lange nachgedacht und uns dann uns für ein Kunstwort entschieden, dessen Bedeutung unser Geschäftsmodell in zweifacher Hinsicht widerspiegelt: „Sierra da la Serella“ ist eine spanische Gebirgskette und das indische Wort „saral“ bedeutet „einfach“. Mit anderen Worten: Wir versetzen für unsere Kunden und mit unseren Kunden gemeinsam Berge! Und gleichzeitig reduzieren wir komplexe Prozesse, sorgen also für „Einfachheit“.

INARA: Bitte stellen Sie kurz das Serrala Geschäftsmodell vor!
Lindemann: Die Serrala Group mit Sitz in Hamburg ist ein internationaler Anbieter für Software- und Cloudlösungen für das „Universe of Payments“. Mit diesem Begriff bezeichnen wir die Gesamtheit aller Zahlungsprozesse in Unternehmen. Wir optimieren für unsere Kunden den Zahlungsverkehr, machen Prozesse transparenter, sicherer und „fully compliant“ – und zwar sowohl in der Kunden- als auch in der Lieferantenbeziehung. Das Unternehmen wurde 1984 von meinem Vater gegründet, ich bin seit 1994 dabei und leite es seit 2012.

INARA: Wie funktioniert Ihr Business in der Praxis?
Lindemann: Neben dem Produkt, das ein Unternehmen herstellt und vertreibt, ist die Zahlung der entscheidende Faktor sowohl in der Lieferanten- als auch in der Kundenbeziehung – ganz gleich, ob es sich um Zahlungseingänge oder -ausgänge handelt. Damit der Kunde letztlich zahlt, muss ich einiges schon vor Beginn der Geschäftsbeziehung klären. Wie ist seine Bonität? Stehen gewisse Standorte auf einer Blacklist? Welchen Kreditrahmen darf ich ihm einräumen und welche Sicherheiten sind nötig? Brauche ich eine Kreditversicherung? Unser System bildet alle Schritte im „Order-to-Cash-Prozess“ von der Bestellung durch den Kunden über die Rechnungsstellung bis hin zur Bezahlung beziehungsweise Mahnung detailgetreu ab. Genauso läuft es auf Lieferantenseite, wo der „Procure-to-Pay-Prozess“ alle Abläufe von der Bestellung bis hin zum Zahlungsausgang umfasst. Jeder Zugangsberechtigte sieht damit auf Knopfdruck den jeweiligen aktuellen Status des Kunden respektive des Lieferanten – transparent und in Echtzeit.

INARA: Das klingt interessant, aber auch recht kompliziert. Wie erkläre ich das beispielsweise nicht facheinschlägigen Personen, etwa im Aufsichtsrat eines Unternehmens?
Lindemann: Jede Firma muss darauf achten, dass sie nicht zum Opfer von Fraudattacken wird und sich deshalb gegen Betrug wappnen. Unternehmen sind zudem verpflichtet, sich im Geschäftsleben compliancegerecht zu verhalten, also beispielsweise zu wissen, mit welchen Firmen in welchen Ländern sie keinesfalls Geschäfte machen dürfen. Und last but not least: Jede Firma sollte den kompletten Zahlungsverkehr im Griff haben. Das heißt, alle zugehörigen Daten und Zahlen sind in transparenter Form zu archivieren, sodass auf diese zu jeder Zeit zugegriffen werden kann. Mit unserem System stellen wir sicher, dass all diese Anforderungen erfüllt werden. Damit tragen wir zur Erhöhung der Sicherheit in der Geschäftsabwicklung mit Kunden und Lieferanten bei.

INARA: Können Ihre Softwarelösungen Betrugsfälle wie zum Beispiel CEO-Fraud vermeiden?
Lindemann Sie sprechen hier Fälle wie FACC in Österreich oder Leoni in Deutschland an. Unser Fraud Monitor kann dazu beitragen, solche Betrugsfälle effektiv zu verhindern. Der Fraud Monitor ermöglicht es Unternehmen zu definieren, nach welchen Kriterien etwa Zahlungen als auffällig identifiziert werden. Zum Beispiel, wenn der Betrag eine bestimmte Höhe überschreitet oder auf ein neues Konto gezahlt werden soll. In solchen Fällen wird automatisch eine dritte Person im Unternehmen informiert – etwa der Compliance Officer – die alle Schritte zur detaillierten Prüfung veranlasst. Wir nennen das Zweifaktor-Authentifizierung. Unsere Software kann somit dazu beitragen, Fraud zu vermeiden. Betrügerisches Vorgehen kann sie aber natürlich nicht verhindern, beispielsweise wenn innerhalb eines Unternehmens das System ausgehebelt wird.

INARA: Und wie sieht es mit Regularien wie der DSGVO aus? Wie wirkt sich diese auf Ihre Systeme aus?
Lindemann: Ein Zahlungsverkehrssystem kann nicht alle Anforderungen der DSGVO durchgehend abbilden. Aber man kann beispielsweise eingeben, welche Daten wann zu löschen oder zu archivieren sind. Solche Dinge werden von unseren Lösungen zuverlässig und vollautomatisiert erledigt.

INARA: Zu einem einheitlichen Zahlungsverkehrswesen gehört auch ein durchgängiges Berichtswesen. Ist das auch bei Ihnen der Fall?
Lindemann: Ja, natürlich. Wir haben das Berichtswesen, also die Business Intelligence, aus der heraus Analysen generiert werden können, ins System integriert. Der Kunde kann aus rund 500 von uns bereitgestellten standardisierten Kennzahlen die von ihm gewünschten herauspicken und damit sein spezifisches „Dashboard“ erstellen. Je nach Wunsch passiert dies auf Wochen-, Monats- oder Quartalsbasis. Im Gegensatz zu anderen Anbietern bilden wir die ganze Prozesskette „all in one“ ab. Darüber hinaus sind unsere Systeme plattform-ungebunden und können auch im Rahmen einer hybriden Lösung – also einer Kombination aus Cloud- und stationärer Anwendung – eingesetzt werden. So können beispielsweise Konzerne, die nur in einigen ihrer Ländergesellschaften SAP verwenden, dennoch im Konzern ein einheitliches Zahlungsverkehrssystem einrichten. Damit lässt sich tagesaktuell sehen, wieviel Geld in allen Gesellschaften innerhalb einer Unternehmensgruppe insgesamt zur Verfügung steht oder wie hoch der gesamte Forderungsstand im Unternehmen ist.

INARA: Wie sieht die Kosten-Nutzen-Rechnung aus, wenn ein Unternehmen Serrala einsetzt?
Lindemann: Ein Investment in unsere Systeme zahlt sich am Ende immer aus. Serrala-Lösungen bringen eine spürbare Reduzierung von externen und internen Kosten, beispielsweise bei der Bonitätsprüfung, bei Bankgebühren und vielem mehr. Die Prozesse im Unternehmen werden vereinfacht und beschleunigt und es passieren weniger Fehler. Qualifizierte Mitarbeiter profitieren, da sie keine repetitiven Aufgaben mehr abarbeiten müssen. Stattdessen können sie ihre Energie in wertschöpfende Tätigkeiten fließen lassen, wie die Auswertung von Berichten oder die Lösung komplizierter Klärungsfälle.

INARA: Sehen Sie das Zahlungsverkehrssystem als Teil des Risikomanagements?
Lindemann: Ja und nein. Grundsätzlich sehen wir ein solches System nicht als Teil des Risikomanagements. Aber die Zahlen und Fakten, die es liefern kann, dienen selbstverständlich dazu, Risiken zu erkennen und bei Bedarf gegenzusteuern. Unsere Systeme haben zwar eine Kontrollfunktion, sind aber keine Konkurrenz zu den Kontrollorganen im Unternehmen wie etwa dem Aufsichtsrat.

INARA: Man hört und liest des Öfteren, dass Treasury, Accounting und Controlling langsam zusammenwachsen. Sehen Sie das auch so?
Lindemann: Nein, aber die Zusammenarbeit wird intensiver. Durch den Einsatz unserer Systeme werden einzelne Prozesse zentralisiert. Alle Bereiche arbeiten mit derselben Datenbasis. Dadurch rücken sie enger zusammen. Die Aufgaben und Funktionen sind und bleiben jedoch unterschiedlich.



@ Serrala

Am 3. April 2019 findet in Graz ein Serrala Round Table zum Thema „Mehr Effizienz von der Bonitätsprüfung bis zum Zahlungseingang“ statt, den der Österreich-Manager Stefan Kapfer leiten wird. Für den Herbst plant Serrala außerdem eine Veranstaltung in Wien.

Mehr Informationen zu dem Round Table erhalten Sie hier: https://www.serrala.com/de/event/201904/serrala-round-graz-190403

Die Serrala Group verfügt über 17 Niederlassungen in Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten und beschäftigt 600 Mitarbeiter. Ihre Kunden – insgesamt sind es weltweit mehr als 3500 – kommen aus allen Branchen, es sind sowohl mittelständische als auch große Firmen darunter. www.serrala.com


Autorin: Dr. Brigitta Schwarzer, MBA