Sturm, Starkregen, Hitzewellen: Österreichs Bevölkerung befürchtet Zunahme bei Extremwetterereignissen

Sturm, Starkregen, Hitzewellen: Österreichs Bevölkerung befürchtet Zunahme bei Extremwetterereignissen

Last Updated on 2021-06-30
Während Experten schon seit Jahren vor den Folgen zunehmender
Extremwetterereignisse in ganz Österreich warnen, beurteilen in einer aktuellen
repräsentativen Befragung nun auch bereits mehr als 90 Prozent der
Österreichischen Bevölkerung Naturgefahren als Zukunftsproblem mit hohem
Schadenspotential. Konzentrierten sich die Sorgen der Österreichischen Bevölkerung
im 5-Jahrevergleich noch auf regionale oder punktuelle Ereignisse und betrafen
zumeist Hochwasser oder Überflutungen, rücken nun auch verstärkt Hitzewellen und
Dürreperioden in den Bewusstseinsfokus der Bevölkerung. Präventionsmaßnahmen
werden dennoch nicht oder zu spät getroffen, wären aber besonders wichtig, so die
Sicherheitsexperten des österreichischen Versicherungsverbandes VVO und des KFV
(Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Zunahme an Extremwetterereignissen
Extreme Wetterphänomene sind schon seit Jahren in Österreich keine Seltenheit
mehr. „Naturkatastrophen nehmen in Österreich zu und treffen auf eine eher schlecht
vorbereitete Gesellschaft“, so Dr. Othmar Ederer, Vizepräsident VVO. „Die
Risiken werden noch immer stark unterschätzt, wobei die Ereignisse der letzten Jahre
bestätigen, dass Österreich von Extremwetterereignissen bzw. Naturkatastrophen
durchaus nicht verschont bleibt. Gefährdet sind dabei nicht nur einzelne Regionen,
sondern alle Bundesländer. Es handelt sich zudem leider nicht mehr um
„Jahresphänomene, vielmehr ist hier ein langfristiger Trend in der Zunahme von
Extremwetterereignissen klar feststellbar:“

Prävention besonders wichtig
Wie die aktuelle KFV-Studie zeigt, sind Hochwasser und Überflutungen die im Jahr
2020 spontan am häufigsten genannten Naturgefahren der Österreichischen
Bevölkerung, aber mit abnehmendem Trend. Waren Hitze- und Dürreperioden bis
zum Jahr 2017 noch kein Thema werden diese nun stärker wahrgenommen. „Über 90
Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass Naturgefahren in Zukunft größere
Schäden anrichten werden. Und sogar 85 Prozent aller Befragten möchten aktiv
Maßnahmen setzen, um sich vor Schäden zu schützen. Geht man hier aber in die
Tiefe, sieht man schnell, dass konkrete Maßnahmen nur selten getroffen werden: Nur
die Hälfte der Befragten reagiert aufgrund einer akuten Unwetterwarnung und
ergreifen Schutzmaßnahmen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

„Unsere Studien zeigen, dass die Sensibilisierung der Bevölkerung im Allgemeinen
zugenommen hat. Doch ziehen immer noch wenige anhand bereitgestellter
Informationen die richtigen Schlüsse im Sinne der Vorsorge“, erklärt Dr. Othmar
Thann, Direktor des KFV.

Über aktuelle Unwetterwarnungen informieren sich die Befragten überwiegend im
Internet, gefolgt von TV und Radio. Eine eigene Wetter-App nutzen bereits 43
Prozent der Befragten. Besonders oft werden Vorkehrungen gegen Sturmschäden
getroffen, gefolgt von Gewitter und Hagel.

Einige Sicherheitstipps für den Ernstfall:

Mit gezielten Vorkehrungen soll sichergestellt werden, dass im Falle einer
Naturkatastrophe die Grundversorgung der Hausbewohner für mindestens 10 Tage
gewährleistet ist.

Vorausschauend
– Informationen über die Gefahrenstufe des Wohngebietes einholen
– wichtige Dokumente in einer Mappe verwahrt
– wichtige Telefonnummern auch handschriftlich notieren

Vorbereiten
– Notgepäck
– Reparaturwerkzeug
– Alternativen zu Strom: Gas-Kocher, Batterieradio, Notbeleuchtung
– warme Decken/Schlafsack

Vorräte anlegen (Angaben pro Person/Tag)
– mindestens 2,5 Liter reines Trinkwasser
– 1 kg Lebensmittel (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette)
– trocken, kühl, dunkel und frostsicher lagern
– Vorräte bedarfsorientiert ergänzen (z. B. Säuglinge, Kleinkinder, Diabetiker,
etc.)
– Brennmaterial
– Hausapotheke

Richtig reagieren bei einem Zivilschutzalarm
– Dauerton 3 Minuten = Warnung
– Radio/TV einschalten, Nachbarn informieren, im Haus Schutz suchen,
Anweisungen der Behörden beachten, nächste Schritte planen
– Dauerton 1 Minute = Entwarnung

Rückfragehinweis:

VVO Versicherungsverband Österreich
Mag. Dagmar STRAIF
T.: 01/711 56/289
F.: 01/711 56/270
E.: dagmar.straif@vvo.at
www.vvo.at
www.infothek-vvo.at