Bücher versus Online-Medien

Bücher versus Online-Medien

Last Updated on 2020-01-20

Soll man sich in eine absolute News-Abstinenz begeben, wie ein Bestsellerautor vorschlägt?

Am Buchmarkt hat das Digitale schlechte Karten. Es wird als lästiger Konkurrent gesehen, als vorlauter, ungezogener und sich selbst maßlos überschätzender Halbwüchsiger. Obwohl der Hauptkonkurrent jedes einzelnen Buches in erster Linie die Vielzahl aller anderen Bücher ist (in Frankfurt kann man nächste Woche wieder einmal die diesbezügliche Überproduktion bestaunen), wird alles versucht, Internet und Soziale Medien buchstäblich herunter zu schreiben. Die Buchtitel verraten schon die Stoßrichtung: “Digitale Demenz”, “Die Smartphone Epidemie” (beide von Manfred Spitzer, dem aktivsten deutschen Warner und Apokalyptiker) oder “Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst” des einstigen Internet-Gurus Jaron Lanier.

Zu diesen vehementen Mahnern hat sich nun auch der Schweizer Bestsellerautor Rolf Dobelli gesellt: “Die Kunst des digitalen Lebens” heißt sein neuestes Büchlein euphemistisch, in dem er für den absoluten Verzicht auf jegliche “News” plädiert. Er hält diese (übrigens nicht nur in digitaler Verabreichungsform, sondern auch in jener von Zeitungen, TV und Radio) für “so gefährlich wie Alkohol. Eigentlich noch gefährlicher, denn die Hürde, die Sie als Alkoholtrinker nehmen müssen, ist viel höher”. Sich selbst beschreibt der einstige Finanz-Controller (bei der Swissair) als ehemaligen “News-Junkie”, der sich alles reinzog, was nach Aufmerksamkeit heischte.

Quelle / ganzer Bericht: www.wienerzeitung.at vom 13. Oktober 2019