Dem Virus davonradeln

Dem Virus davonradeln

Last Updated on 2020-03-29

Dipl.-Kfm. Dirk Teufel

Radfahren kann in Corona-Zeiten helfen, die Infektionskurve abzuflachen. Man schützt damit sich selbst, aber auch die anderen.

Radfahren ist gesund. Mir als begeistertem Radfahrer war das stets bewusst und ich bin schon immer bei fast jedem Wetter mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Von Erkältungskrankheiten blieb ich weitgehend verschont, während rund um mich viele husteten und schnupften. Zahlreiche Studien zeigen ja, dass regelmäßige Bewegung und (Ausdauer)Sport unsere Abwehrkräfte und das Immunsystem stärken. Damit können wir alle Arten von Viren, egal ob simple Schnupfen- oder Grippeviren oder das viel gefährlichere Coronavirus besser abwehren.

Ansteckung vermeiden

Dass Radeln aber noch nie so gesund war wie heute, wird mir erst jetzt bewusst, da uns die Corona-Krise leider im Griff hat. Wer so wie ich statt der Öffis lieber das Fahrrad nimmt, schützt sich selbst und die anderen. Das bestätigen sogar Virologen und Epidemologen. Denn in überfüllten Zügen, Bussen oder U-Bahnen, in denen die Menschen dicht gedrängt nebeneinander stehen, ist die Gefahr natürlich viel größer, sich selbst oder – wenn man selbst bereits infiziert ist, aber noch keine Symptome verspürt – andere anzustecken. Und je weniger Leute mit den Öffis unterwegs sind, desto eher kann dort auf Distanz gegangen, also der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden, damit es nicht zur gefürchteten Tröpfcheninfektion kommt. Die Infektionskurve kann abgeflacht und so verhindert werden, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig mit dem Coronavirus infizieren und die Spitäler dem Patientenansturm nicht mehr gewachsen sind. Wuhan und die Lombardei sind hier warnende Beispiel.

Ein Plädoyer fürs Radeln kommt jetzt auch vom deutschen Biometriker Gerd Antes. Rad zu fahren sei ein hundertprozentiger Selbstschutz vor Ansteckung, betont er, weil man – anders als in Bahn oder Bus – keine Stange oder Haltegriffe angreife, auf denen möglicherweise Viren lauern. Man schütze auch andere, da man automatisch und andauernd Abstand hält. Überdies werde der öffentliche Nahverkehr entlastet, in dem Infektionsgefahr besonders groß sei, betont der langjährige Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums am Universitätsklinikum Freiburg.

Auch die Psyche profitiert

Sport tut auch der Psyche gut und verbessert die Laune, weil dabei Endorphine ausgeschüttet werden. Fitnessstudios, Schwimmbäder, Sport- und Tennisplätze sind aber derzeit wegen des Corona-Virus geschlossen, auch viele alle anderen Freizeitaktivitäten fallen weg. Wer so wie ich im Homeoffice arbeitet und Kinder hat, die zurzeit nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, sondern von den Eltern betreut werden, fühlt sich nach einigen Tagen nahezu isoliert. Auch um dem Lagerkoller zu entfliehen und wieder durchatmen zu können, haben sich meine und Tochter und ich schon letzte Woche mehr als sonst auf unsere geliebten Drahtesel geschwungen. Wir werden diese Gewohnheit, die hoffentlich nicht verboten wird, sicherlich beibehalten und den Frühling genießen. Sollten wir dabei eine Panne – etwa einen „Platten“ – haben, ist das auch nicht schlimm, da Reparaturen im Fahrradgeschäft weiterhin vorgenommen werden.


@Privat