Erfolgreicher Start von Female Board Net

Erfolgreicher Start von Female Board Net

Frauen beim Einzug in Aufsichtsgremien zu unterstützen ist das Ziel der Female Board Pool Initiative, in Österreich in Kooperation mit INARA. Wo es Chancen auf Mandate für kompetente Damen gibt und welches Rüstzeug sie dafür brauchen, wurde bei einem Ladies-Treffen in Wien erörtert.

„Männer netzwerken seit mehr als 2.000 Jahren. Jetzt holen wir Frauen auf.“ Mit diesen Worten begrüßte INARA-Geschäftsführerin Dr. Brigitta Schwarzer die ebenso hochkarätige wie bunt gemischte Damenrunde, die am 2. April 2019 zusammentraf. 50 Frauen – überwiegend aus dem INARA-Netzwerk – nahmen an der Veranstaltung teil, KWR stellte dafür seine Kanzleiräumlichkeiten zur Verfügung. Anlass war das erste Alumnae-Treffen jener Damen, die 2018 und 2019 am Female Board Pool (FBP) Seminar teilgenommen hatten.

Die Female Board Pool (FBP) Initiative wurde 2004 in der Schweiz von Prof. Martin Hilb gegründet. Diese internationale Non-Profit-initiative, die seit 2018 auch in Österreich aktiv ist, setzt sich für mehr Geschlechterdiversität in Aufsichtsgremien ein. Frauen aus der ersten und zweiten Führungsebene, die fachlich kompetent sind und über mehrjährige operative Führungserfahrung verfügen, können sich bei einem eintägigen Seminar, das eine komprimierte Einführung in die Welt der Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräte bietet, für einen Pool qualifizieren. Aus diesem wählen dann Firmen geeignete Bewerberinnen für Aufsichtsmandate aus. Auch Hilfestellung zum Selbstmarketing wird von FBP geboten.

Das nächste FBP-Seminar in Österreich findet am 24. Jänner 2020 statt, am Abend davor wird es ein Netzwerktreffen für Seminar-Teilnehmerinnen der Jahre 2018 bis 2020 geben. Mehr dazu: http://femaleboardpool.eu/de/veranstaltungen/

„Unser Ziel ist es, gut qualifizierte und engagierte Frauen für Aufsichtsmandate zu vermitteln“, betonte Rita Knott, Gründungspartnerin von Female Board Pool, die per Video aus Luxemburg zugeschaltet war. Bisher gibt es rund 700 Damen in der Datenbank, davon 45 aus Österreich, FBP ist stolz auf eine Reihe von erfolgreichen Vermittlungen. Man arbeite aber daran, die Bekanntheit von FBP weiter zu steigern und kooperiere auch mit Headhuntern, so Knott.

Für das Female Board Österreich-Netzwerk wurde bereits die Domain www.femaleboard.net registriert.

Schwarzer sprach dann über die neuen Marksegmente direct market plus und direct market, die die Wiener Börse vor kurzem als Premium Segmente des Dritten Marktes mit acht Firmen gestartet hat und, die rasch wachsen sollen. Attraktiv sind für die Unternehmen die günstigen Konditionen und vor allem die weniger strengen Veröffentlichungs- und Transparenzvorschriften. Auch die Pipeline ist schon gut gefüllt. Die meisten der an die Börse strebenden Firmen sind GmbHs und müssen, so Schwarzer, die zunächst in Aktiengesellschaften umgewandelt werden müssen und dann einen aus mindestens drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat benötigen. Zusätzlich zur AR-Frauenquote ergeben sich auch dadurch für engagierte Frauen Chancen auf Aufsichtsrats-Mandate. Schwarzer plädierte zumindest hier für eine Frauenquote von 50 Prozent.

Für Damen, die das FBP-Seminar erfolgreich absolviert haben, wird es die Möglichkeit geben, sich beim Weiterbildungs- und Zertifizierungsinstitut incite im Rahmen eines stark reduzierten Ausbildungsprogramms zu günstigen Konditionen als „CSE Certified Supervisory Expert“ zu qualifizieren. Das kündigte incite-Geschäftsführer Prof. Alfons Helmel beim FBP-Treffen an. Die genauen Konditionen werden zwischen incite und INARA noch ausgehandelt. Incite hält seit neun Jahren regelmäßig Lehrgänge ab, die in komprimierter Form das nötige Wissen für die Tätigkeit als Aufsichtsrat vermitteln. Laut Helmel ist mittlerweile die Hälfte der Teilnehmer weiblich. Prof. DDr. Jörg Zehetner von der Kanzlei KWR ist einer der Referenten beim incite-Lehrgang. Er verwies auf die hohen Anforderungen, die heute an Aufsichtsräte gestellt werden, und die immer strenger werdende Haftungsjudikatur. Selbst das Strafrecht – etwa der Untreue-Paragraf – wird für Aufsichtsräte immer mehr zum Thema, so Zehetner.

Anschließend stand Netzwerken auf dem Programm. Schwarzer äußerte den Wunsch, dass jede Teilnehmerin mit mindestens drei Personen spricht, die sie vorher nicht kannte. „Dann war der Abend für mich erfolgreich“, betonte sie. Diese „Aufgabe“ wurde durch die Bank gut bewältigt, die Damen unterhielten sich bei Drinks und Fingerfood noch lange und äußerst angeregt. Männer durften servieren, spielten aber sonst an diesem Abend keine tragende Rolle.

Da der Abend rundum gelungen war, wird es am 15. Oktober am frühen Abend eine Fortsetzung geben. Weitere Informationen folgen.

Hier geht es zur Fotogalerie: www.inara.at