Sparziele: „Alarmierender Rückgang“ bei Altersvorsorge

Sparziele: „Alarmierender Rückgang“ bei Altersvorsorge

Last Updated on 2019-10-24

Für wie zeitgemäß halten die Österreicher das Sparbuch noch? Worin sehen sie ideale Alternativen zu niedrig verzinsten Einlagen? Welche Rolle spielen Pensions- und Pflegevorsorge als Spar- und Anlagemotive? Eine neue Studie gibt dazu Einblicke.

15.10.2019 – 62 Prozent der Österreicher halten das Sparbuch zwar nicht mehr für zeitgemäß, die Hitparade der genutzten Anlageformen führt es in einer neuen Umfrage von Erste Bank und Imas freilich trotzdem weiterhin an. Sie zeigt auch: Als Alternativen zum Sparbuch werden vorwiegend Bausparen und Wertpapiere gesehen; Lebensversicherung und Pensionsvorsorge rangieren weiter hinten. Im Zehn-Jahres-Vergleich hat die Altersvorsorge als Sparmotiv stark eingebüßt.

76 Prozent der Österreicher ist Sparen (sehr oder ziemlich) wichtig. Das haben die Imas-Marktforscher im Rahmen einer von der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG in Auftrag gegebenen Studie erhoben.

Für diese wurden von 24. Juni bis 16. Juli 2019 in jedem Bundesland 100 Personen ab einem Alter von 15 Jahren befragt und eine Gewichtung der Bundesländer auf ihr repräsentatives Niveau vorgenommen.

Durchschnittlich 259 Euro im Monat

Im Schnitt werden pro Monat 259 Euro zur Seite gelegt. Das schlage sich besonders stark beim Wachstum der Einlagen nieder, so die Erste.

Nach Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hielten die privaten Haushalte heuer im zweiten Quartal 159,38 Milliarden Euro in täglich fälligen, 100,21 Milliarden in sonstigen Einlagen.

In Summe liege um 27 Prozent mehr Geld in gering verzinsten Produkten als noch zehn Jahre zuvor, hält die Erste Bank fest – und beurteilt das kritisch.

Realer Wertverlust

„Hätten die Österreicher in den letzten fünf Jahren nur zehn Prozent davon nicht aufs Sparbuch, sondern in Aktien angelegt, hätten sie sieben Milliarden Euro an zusätzlichen Erträgen erwirtschaften können“, sagt Erste-CEO Peter Bosek.

Niedrige Einlagezinsen und Inflation zusammengerechnet, ergibt sich laut Erste Bank eine negative Rendite von durchschnittlich –1,6 Prozent pro Jahr.

Eine „Abschaffung oder zumindest Reduktion der Wertpapier-KESt“ könnte Anreize schaffen, damit mehr Menschen „mit Wertpapieren langfristig vorsorgen“, meinte Bosek anlässlich der Studienpräsentation am Montag.

Das Sparbuch eigne sich „besonders in diesem Zinsumfeld nur mehr als kurzfristige Liquiditätsreserve“.

Quelle / ganzer Bericht: versicherungsjournal.at